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Reges Revier: Keiler meiden wilde Keilerei

13. August 2019

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Schattensuche und Äsen für ausreichende Winterfitness bei Gams- und Rotwild. Wildschweinrotten flüchten in Maiskulturen. Serie „Reges Revier“ informiert über das Treiben der Wildtiere.

Wien, 13. August 2019 – Im Sommer ist der Hunger von Rotwild-Kälbern kaum zu stillen – sie verbringen fast den ganzen Tag mit Äsen. Die schmackhafteste und reichhaltigste Nahrung für die Kleinen ist dabei weiterhin die Muttermilch. Bis in den Winter hinein wird die Hirschkuh ihre Kälber noch säugen, damit sie fit für den Winter sind. Aber die Kälber schlagen sich den Pansen auch schon kräftig mit fester Nahrung voll und können bereits eine beachtliche Körpergröße erreichen. Das intensive Äsen lässt in der glühenden Augustsonne jedoch die Körpertemperatur zusätzlich steigen, was an den Kräften der Kälber zehrt. Darum wird zwischen den Mahlzeiten zur Abkühlung gerne und ausgiebig gesuhlt.

Gämse wollen Schatten statt „Alpenglühen“

Hoch am Berg kann man der sengenden Sommerhitze kaum entkommen. Die Gämse haben deshalb ihre eigene Strategie entwickelt, um so viel Schatten wie möglich zu bekommen: Morgens ziehen sie über den Grat auf die sonnenabgewandte Bergseite. Die Wanderungen können dann schon ein eigentümliches Schauspiel zeigen, denn im Hochsommer sind die Tiere in größeren Rudeln unterwegs. Dann wird ein ganzer Berg vom Meckern von bis zu hundert Geißen und Kitzen überschallt. Dadurch stellen die Geißen sicher, dass die ungestümen Kitze auf ihren Wanderungen nicht den Kontakt zu ihnen verlieren. Mittags, wenn die Sonne am höchsten steht, lässt sich dann kaum noch ein schattiges Plätzchen finden. Dann heißt es für die Tiere, möglichst regungslos auszuharren. Am Nachmittag und gegen Abend hin wandern die Gämse dann wieder auf die andere, schattige Bergseite.

Maisfelder sind für Wildschweine ein Schlaraffenland

Die Maisfelder stehen in der Teigreife und so zieht es das Schwarzwild vermehrt in Ackerbaugebiete. Die großflächigen Monokulturen bieten den Rotten ein wahres Schlaraffenland: Neben riesigen, schützenden Einstandsgebieten und Wasser in Form von Taubildung, wachsen ihnen die Maiskolben sprichwörtlich in den Wurf. Keine Kirrung ist für die Tiere zu dieser Zeit attraktiver als ein schönes, großes Maisfeld. Besonders die Frischlinge benötigen die Nahrung für ihr Wachstum. Sie bilden mit den führenden Bachen kleinere Rotten, während alleinstehende Bachen sich mit Keilern oder Überläufern zusammentun. Die alten Keiler ziehen indes am liebsten alleine umher. Der Tumult in den „frechen Kindergruppen“ ist ihnen zutiefst zuwider.