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Jagdhunde erfüllen viele wichtige Aufgaben

29. April 2022

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NÖ Jagdverband lud zum Jagdhundegipfel, um Rahmenbedingungen für eine moderne Jagdhundeführung zu diskutieren. Beim morgigen Landesjägertag stehen aktuelle Entwicklungen im Zentrum.

Ferme Jagdhunde sind aus einer weidgerechten Jagd nicht wegzudenken. Sie werden bei der Nachsuche, bei Wildverkehrsunfällen, zum Apportieren sowie bei Bau- und Gesellschaftsjagden, bei denen sie wichtige, unersetzliche Funktionen übernehmen, eingesetzt. Für diese Aufgaben sind in Niederösterreichs Revieren 1.537 ausgebildete Jagdhunde gemeldet. Sie haben allein im Jahr 2021 insgesamt 235 Nachsuchen bei der Jagd oder nach Wildunfällen durchgeführt, um eine möglichst schnelle Versorgung der Wildtiere zu ermöglichen und unnötiges Tierleid zu vermeiden. Jagdhunde unterstützen aber auch bei der Eindämmung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) – wie in Deutschland bereits gängig – indem sie verendete Tiere schnell auffinden und damit eine Weitergabe des Virus verhindern. Das trägt zu gesunden Beständen in freier Wildbahn wie auch in der landwirtschaftlichen Schweinehaltung bei. Der Einsatz von Jagdhunden ist jedoch mit zahlreichen Herausforderungen verbunden. Daher lud der NÖ Jagdverband am 29. April 2022 erstmals in Österreich zu einem Jagdhundegipfel, um Rahmenbedingungen für eine moderne Jagdhundeführung zu erörtern. Im Schloss Hof diskutierten Experten aus Österreich und Deutschland aktuelle Spannungsfelder, künftige Veränderungen und Maßnahmen sowie Aspekte einer modernen Jagdhundeführung. Durch den Event, an dem 300 Gäste vor Ort und online teilnahmen, führte Ursula Riegler.

NÖ Jagdverband unterstützt mit neuem Jagdhundepaket

Die Ausbildung eines Jagdhundes erfordert von seinem Hundeführer viel Ausdauer, Geduld, Können und Geschick. Denn bis ein Hund für seine jagdlichen Aufgaben gerüstet ist, vergehen mehrere Jahre. Um die Hundeführer/-innen in ihrem so wichtigen Engagement zu unterstützen, präsentierte der NÖ Jagdverband während des Jagdhundegipfels sein neues Jagdhundepaket. Dieses beinhaltet eine neue Jagdhundeunfallversicherung sowie eine erneuerte subsidiäre Hundehaftpflichtversicherung, die verschuldensunabhängig Behandlungskosten und einen Wertersatz bei Tötung des Hundes abdeckt. Jagdhunde, Jagdhundeprüfungen und Schutzwesten werden zudem weiterhin vom NÖ Jagdverband subventioniert. Speziell für Bereichshundeführer gibt es außerdem Entschädigungen für Nachsuchen, eine eigene Unfallversicherung sowie eine Förderung für Ortungsgeräte. Damit bietet der NÖ Jagdverband den Hundeführer/-innen und Jagdhunden ein umfassendes Sicherheitspaket, denn der Einsatz von Jagdhunden ist für Hund und Hundeführer auch risikobehaftet.

„Mit dem neuen Jagdhundepaket trägt der NÖ Jagdverband zu einer hohen Sicherheit für Jagdhund und Hundeführer bei. Damit wollen wir die Rahmenbedingungen für eine moderne Jagdhundeführung schaffen und sie so weiter attraktivieren“, so Niederösterreichs Landesjägermeister Josef Pröll. Er betont zudem, dass technische Hilfsmittel zwar eine Unterstützung sind, eine gute Jagdhundearbeit aber nicht ersetzen können. „In Niederösterreich gibt es eine fundierte und hervorragende Jagdhundeausbildung. Das belegen gute Prüfungsergebnisse und die Erfolgsraten der Bereichshunde bei Nachsuchen. Auch künftig wird es eine praxisorientierte Ausbildung brauchen, die das Vertrauen und die Zusammenarbeit zwischen Hundeführer und Jagdhund vertieft, um eine weidgerechte Jagd zu ermöglichen.“

Pernkopf: Ländlichen Raum schützen

„Ein Sprichwort besagt: Jagd ohne Hund ist Schund. Gleichzeitig ist die Ausbildung der Jagdhunde arbeits- und zeitintensiv. Daher danke ich allen Jägerinnen und Jägern, die einen Jagdhund ausbilden und führen“, so der LH-Stellvertreter von Niederösterreich, Stephan Pernkopf, im Rahmen des Jagdhundegipfels. Er betonte zudem, dass der ländliche Raum Gewinner der aktuellen Entwicklungen ist, da er Sicherheit gibt: „Wir müssen alle gemeinsam darauf achten, dass der Druck auf den ländlichen Raum, die Natur und die Jagd nicht zu groß wird. Es ist wichtig, dass sich die Jägerinnen und Jäger des ländlichen Raums annehmen, ihn schützen und Lebensräume entwickeln sowie die Kultur und Traditionen erhalten. Sie leisten auch einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit, indem sie mit Wildbret ein Lebensmittel aus der Natur anbieten.“

Eindrücke vom Jagdhundegipfel

Für den Download: Rechtsklick auf das Bild und Bild in neuem Tab öffnen, um es in Originalgröße herunterladen zu können.

Landesjägertag im Zeichen des Ukraine-Kriegs

Tags darauf findet der 76. Landesjägertag des NÖ Jagdverbandes statt. Dabei stehen der Ukraine-Krieg und seine Folgen – nämlich Versorgungsengpässe und die hohe Inflation – im Zentrum. Diese haben nämlich auch Auswirkungen auf die Jagd: „Die Jägerinnen und Jäger sind bei der Bestandskontrolle noch stärker gefordert, um Schaden von landwirtschaftlichen Flächen abzuwenden. Wildbret wiederum wird als Lebensmittel aus der Region an Bedeutung gewinnen. Und der Anteil an Brachflächen in der Landwirtschaft bleibt bei über 7 Prozent, auch wenn österreichweit Biodiversitätsflächen als Lebensraum für Wildtiere verloren gehen. Das ist eine gute Nachricht für das Niederwild, das diese Flächen als Lebensraum nutzt“, stellt Josef Pröll klar. Er unterstreicht damit die Leistungen der Jägerinnen und Jäger nicht nur für die Wildtiere und die Natur, sondern auch als Partner für die Land- und Forstwirtschaft. „Damit zeigen wir klar: Die Jagd ist systemrelevant und aktiver Umweltschutz. Denn die Jägerinnen und Jäger haben allein im vergangenen Jahr 17 Hektar neuen Lebensraum geschaffen. Mit Sensibilisierungsmaßnahmen tragen wir zudem zu einem wildgerechten Verhalten von Freizeitnutzern im Wald bei, um unsere Wildtiere zu schonen und zu schützen. Damit werden wir unserem Motto gerecht: Dem Wild verpflichtet.“