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Tausende Rehkitze gerettet

10. Juni 2026

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Jaegerin mit Rehkitz mit Hilfe einer Drohne mit Waermebildkamera entdeckt, Schleswig-Holstein, Deutschland

Rehkitze werden von der Geiß im hohen Gras versteckt und flüchten nicht. Jägerinnen und Jäger tragen sie vor der Mahd aus dem Feld aus, um Kitze und Nutztiere zu schützen.

2026 waren Niederösterreichs Jägerinnen und Jäger wieder für die Kitzrettung im Einsatz. Gemeinsam mit den Landwirten haben sie wieder tausende Kitze vor der ersten Mahd aus Feldern ausgetragen. Damit bewahren sie die Jungtiere vor schweren Verletzungen oder im schlimmsten Fall einem Mähtod. Während der Mahd werden die Kitze bis zum Ende der Arbeiten in Sicherheit gehalten, wofür u.a. auch die Kitzrettungsboxen des NÖ Jagdverbands genutzt wurden. Die Kitzrettung gehört zu den wichtigen Aufgaben der Jägerinnen und Jäger. Damit leisten sie nicht nur einen Beitrag zum Schutz von Wildtieren, sondern auch zur landwirtschaftlichen Tiergesundheit: Gelangen Kadaver von Wildtieren unbemerkt ins Mähgut, können sich darin Bakterien entwickeln, die bei Nutztieren schwere Erkrankungen wie Botulismus auslösen können. Die Kitzrettung zeigt beispielhaft, wie eng Jagd und Landwirtschaft zusammenarbeiten und wie Maßnahmen zum Schutz des Wildes zugleich auch der Landwirtschaft zugutekommen.

„Rehkitze verbringen ihre ersten Lebenswochen gut verborgen im hohen Gras. Dort werden sie von der Rehgeiß abgelegt und durch ihr nahezu geruchloses Fell sowie ihre natürliche Tarnung geschützt. Statt zu flüchten, verharren die Jungtiere regungslos an ihrem Platz und werden von der Geiß nur zum Säugen aufgesucht“, so Landesjägermeister Christoph Metzker. Diese Überlebensstrategie schützt die Kitze vor natürlichen Feinden, macht sie aber auch für Menschen schwer erkennbar. Bei Mäharbeiten können sie daher leicht übersehen und verletzt oder getötet werden. „Um das zu verhindern, sind Jägerinnen und Jäger gemeinsam mit Landwirten im Einsatz. Mit Drohnen, Wärmebildtechnik und weiteren Hilfsmitteln werden Wiesen vor der Mahd abgesucht, um Rehkitze rechtzeitig zu finden und in Sicherheit zu bringen. Gefundene Kitze werden dabei mit Handschuhen aus der Wiese getragen, damit sie keinen menschlichen Geruch annehmen und von der Geiß weiterhin angenommen werden.“

Um die Rehkitze leichter auffinden oder Geiß und Kitz aus den Feldern zu vergrämen, nutzen die Jägerinnen und Jäger unterschiedliche Maßnahmen und Hilfsmittel: Am effektivsten sind Drohnen mit Infrarotkamera. Ihre Erfolgsquote liegt bei bis zu 95 Prozent. Weiters werden die Wiesen am Vortag der Mahd mit Jagdhunden durchschritten oder die Tiere mit Wildlampen beunruhigt. Landwirte bringen zudem zunehmend Wildretter, Wildwarner oder Wildsirene auf den Landmaschinen an.