Tag der Jagd: Jagd sichert Wild am Teller

Jahresbericht 2025 des NÖ Jagdverbands zeigt Leistungen der Jagd für die Allgemeinheit. Lebensraummaßnahmen sind die Grundlage für die Versorgung mit hochwertigem Wildbret.
2025 haben Niederösterreichs Jägerinnen und Jäger die Menschen mit 1.200 Tonnen Wildbret aus einer nachhaltigen Jagd versorgt. Wildbret spielt als hochwertiges Naturprodukt vor dem Hintergrund des gegenwärtigen Trends über gesunde und natürliche Ernährung eine wichtige Rolle. Es gehört zudem aufgrund seines besonderen Aufbaus, der artgerechten Entwicklung in der Natur sowie der stressfreien Erlegung zu den wertvollsten Lebensmitteln der heutigen Zeit. „Grundlage für die Versorgung mit hochwertigem Wildbret aus der Region sind jagdbare Wildbestände. Die Jägerinnen und Jäger setzen dafür Bäume und Sträucher und schaffen damit Lebensraum und wildgerechte Habitate für eine vielfältige, freilebende und gesunde Tierwelt“, so Landesjägermeister Christoph Metzker. Kooperationen mit Partnern sowie Infos auf der Website und in Medien fördern dabei den Verkauf, der zu einem Großteil über die Direktvermarktung erfolgt.

Diese Maßnahmen und viele weitere Fakten zur Jagd in Niederösterreich fasst der neue Jahresbericht 2025 des NÖ Jagdverbandes zusammen. „Er stellt die Leistungen der Jägerinnen und Jäger faktenbasiert dar und macht sichtbar, welche Aufgaben sie im Revier erfüllen, welche Maßnahmen umgesetzt werden und welchen Beitrag das Handwerk Jagd für Natur und Gesellschaft leistet. Er zeigt damit auf, was die Jagd im Stillen verantwortungsvoll leistet und dass jagdliches Handeln weit über die Bejagung hinausgeht“, sagt Metzker. In einem Video nennt er dazu die drei Säulen einer sicheren Jagdpraxis als Fundament eines guten jagdlichen Handwerks, das ethisch, fachlich korrekt und konsequent ausgeübt wird.
Der Jahresbericht 2025 umfasst auch die Mitgliederstatistik des NÖ Jagdverbands: Der Anteil an Jägerinnen in Niederösterreich steigt demnach weiter an und liegt aktuell bei 11,6 %. Gleichzeitig zeigt sich ein Trend hin zu einer jüngeren Jägerschaft, denn das Durchschnittsalter der Absolventen der Jagdprüfung liegt bei 32 Jahren.
Handwerk Jagd ist weidgerecht und nachhaltig
Um diese Aufgaben umsetzen zu können, müssen die angehenden Jägerinnen und Jäger eine umfassende Ausbildung und strenge Prüfung absolvieren. Das haben 2025 wieder knapp 1.000 Personen geschafft. Zudem wird das umfangreiche Weiterbildungsangebot des NÖ Jagdverbands umfassend genutzt. So haben an den 147 Online- und Präsenzseminaren 5.190 Jägerinnen und Jäger teilgenommen, betont Metzker: „Das größte Interesse hatten die Teilnehmer an den Online- und Präsenzkursen zur Aus- und Fortbildung zur kundigen Person. Sie beurteilt gemäß Vier-Augen-Prinzip das vermarktete Wildbret und gewährleistet die Einhaltung der strengen Hygiene- und Rechtsvorschriften zur Wildbret-Vermarktung. Das zeigt, dass die Jägerinnen und Jäger ihrer Verantwortung bei der Vermarktung von Wildbret nachkommen.“
Die zweitmeisten Teilnehmer verzeichnete das Online-Seminar zum Einsatz von künstlichen Nachtzielhilfen zur Schwarzwildbejagung mit 538 Personen. Auch die Seminare für Hegeringleiter und Jagdaufseher sowie generell Kurse zu Recht und Sicherheit stießen auf hohes Interesse. Die niederösterreichische Jägerschaft nimmt also bevorzugt Angebote wahr, die Veränderungen für das Handwerk Jagd thematisieren und neue Anforderungen antizipieren. Dieses Angebot soll 2026 zum Motto „sichere Jagdpraxis“ weiter ausgebaut werden: „Jagd ist ein gesellschaftlicher Auftrag, den wir durch entsprechende Maßnahmen und richtiges Handeln erfüllen – also durch Haltung, Kompetenz und Verlässlichkeit. Konkret zeigt sich dieser Anspruch in der Praxis zum Beispiel bei der Regulierung des Wildbestands, bei der Nachsuche nach Wildunfällen, in der Seuchenabwehr oder in der Aufklärungsarbeit für die Bevölkerung“, so Metzker. Eine weidgerechte Jagd verlangt außerdem einen sicheren Umgang mit der Waffe und einen präzisen Schuss. Das selbstständige oder das 2007 eingeführte, jährliche regelmäßige Übungsschießen verbessern diese Fertigkeiten.
Über 12.400 Bäume und Sträucher gepflanzt
Die Aus- und Weiterbildung kommt auch einem zentralen Handlungsfeld der Jagd zugute: der Gestaltung und Verbesserung von Lebensräumen. „Jägerinnen und Jäger schaffen Strukturen für Biodiversität, pflanzen Gehölze, legen Rückzugsräume an und arbeiten eng mit Land- und Forstwirtschaft sowie Gemeinden zusammen“, unterstreicht Metzker. Unterstützt werden sie dabei durch die Wildökolandaktion, bei der 2025 in 61 Projekten insgesamt 12.477 Bäume und Sträucher gepflanzt sowie damit 16,92 Hektar neue Lebensräume geschaffen wurden. Der NÖ Jagdverband, der Landschaftsfonds des Landes NÖ und die EVN führen die Aktion gemeinsam durch und fördern den Ankauf der Pflanzen zu 80 %. Zudem wirken die Jägerinnen und Jäger am Projekt „Wir für Bienen“ mit und säen Wildäcker und Blühflächen. Unverzichtbare Leistungen sind auch Maßnahmen zur Gesunderhaltung der Bestände und zur Seuchenbekämpfung. Dazu zählen neben der Abschussplan-Erfüllung hunderte gerettete Rehkitze während der ersten Mahd, rund 90 km Straßen, die neu mit Wildwarnreflektoren und -geräten ausgestattet wurden, oder die Ausbildung der ASP-Kadaversuchhunde.
Der Jahresbericht fasst all das übersichtlich zusammen und macht deutlich: „Die Jagd verbindet Verantwortung für Wildtiere, aktive Lebensraumgestaltung und Zusammenarbeit mit verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen. Im Laufe der Jahre belegt er zudem, dass sich das Handwerk weiterentwickelt und eine zentrale Rolle im Naturraum, für das Wild und die Gesellschaft einnimmt“, betont der Landesjägermeister.