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Rehbrunft erhöht Risiko für Wildunfälle

22. Juli 2026

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Rehbock treibt Geiß während Brunft.

Liebe macht blind: Steigendes Unfallrisiko, da der Bock die Geiß treibt und sie dabei häufiger über Straßen wechseln.

Wenn beim Rehwild die Liebe erwacht, fehlt die Aufmerksamkeit für die Umwelt und damit auch den Straßenverkehr: Mit Beginn der Brunft Ende Juli verfolgen Böcke die zunächst flüchtenden Geißen über weite Strecken. Beide Tiere sind dabei stark aufeinander fixiert und nehmen ihre Umgebung kaum noch wahr. Dieses Verhalten führt dazu, dass Rehe auch tagsüber plötzlich und mit hohem Tempo Straßen queren können. Der NÖ Jagdverband ruft Autofahrer daher zu besonderer Vorsicht auf. „Während der Brunft haben Bock und Geiß nur Augen füreinander. Sie sind unaufmerksam und für Autofahrer aufgrund von Richtungswechseln schwer berechenbar. Deshalb sollten Verkehrsteilnehmer ihre Geschwindigkeit anpassen und besonders auf Straßenränder achten“, appelliert Landesjägermeister Christoph Metzker.

In Niederösterreich verenden jedes Jahr mindestens 30.000 Wildtiere durch den Straßenverkehr. Rund die Hälfte davon – etwa 15.000 Tiere – sind Rehe. Um die Zahl der Wildunfälle zu reduzieren, setzt der NÖ Jagdverband gemeinsam mit seinen Partnern auf zahlreiche Präventionsmaßnahmen. Neben Sensibilisierungskampagnen, etwa durch Spots auf ORF Niederösterreich während der Hauptwechselzeiten im Herbst, installieren Jägerinnen und Jäger im Rahmen des Projekts „Wildtiere & Verkehr“ optische und optisch-akustische Wildwarnsysteme an besonders gefährdeten Straßenabschnitten. Gemeinsam mit den zuständigen Straßenmeistereien wurden bislang in 516 Jagdrevieren 140.000 optische und 7.000 optisch-akustische Wildwarngeräte entlang von 1.963 Kilometern Landesstraßen ausgebracht – das entspricht der Strecke Wien-Barcelona. Die Systeme warnen Wildtiere vor herannahenden Fahrzeugen und halten sie im Idealfall von der Fahrbahn fern. Ergänzt werden diese Maßnahmen durch jagdwirtschaftliche und wildökologische Aktivitäten. Dadurch konnte die Zahl der nächtlichen Rehwildunfälle auf entsprechend ausgestatteten Strecken um bis zu 70 Prozent gesenkt werden. Das Projekt wird gemeinsam vom NÖ Jagdverband, dem Land Niederösterreich sowie den Land & Forst Betrieben Österreich umgesetzt.

Verhaltensrichtlinien bei Wildunfällen

Im Falle eines drohenden Zusammenstoßes mit einem Wildtier sollte stark gebremst und das Lenkrad gut festgehalten werden, denn Ausweichmanöver stellen ein hohes Risiko für die Insassen und andere Verkehrsteilnehmer dar. Sollte es zu Wildunfällen kommen, müssen die Fahrzeuglenker das Fahrzeug abstellen und die Unfallstelle absichern. Nach der Versorgung von verletzten Personen müssen Polizei und im Bedarfsfall die Rettung verständigt werden. Grundsätzlich muss jeder Unfall – also auch wenn das Tier flüchtet – der Polizei gemeldet werden, die den Unfall aufnimmt und die Jägerschaft informiert, die die Bergung übernimmt. Das Tier darf keinesfalls mitgenommen werden.