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Reges Revier: Reh und Hirsch mit Nachwuchs

13. Mai 2019

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Monatliche Serie „Reges Revier“ informiert über das Treiben der Wildtiere: Fasanenküken schlüpfen und Jungfüchse erkunden Revier.  

Im Mai sind die Jägerinnen und Jäger ständig im Revier im Einsatz. Neben notwendigen Revierarbeiten ist es vor allem die artgerechte und schonende Kitzrettung, die die Expertise der Weidmänner und -frauen benötigt. Da die Rehgeiß nach guten Verstecken für die Kitze sucht, sind sie für die Landwirte bei der ersten Mahd nicht sichtbar. Aufgrund eines Schutzreflexes verhalten sich die Kitze zudem bei annähernder Gefahr regungslos. Daher ist es zum Schutz der Rehe notwendig, die Kitze aus Feldern und Wiesen auszutragen. Das sollte nur eine kundige Person wie ein Jäger machen. Jäger und Landwirte setzen bei der Rettung der Kitze zunehmend auf moderne Hilfsmittel und neue Technologien wie etwa Drohnen mit Wärmebildkamera, die die Lokalisierung der Kitze enorm erleichtern.

Da im Mai auch die Temperaturen steigen, weicht der Schnee im Gebirge schnell zurück und lässt die Vegetation aufkommen. Die Hirsche ziehen daher in die Hochlagen. Die hochbeschlagenen Tiere (schwangerer Hirsch) sondern sich ab der Monatsmitte vom Rudel ab und suchen ruhige Einstände auf, um ungestört setzen zu können. Nach dem Setzen wird der Setzplatz vom Tier gründlich gesäubert. Durch das ausgiebige Lecken des Kalbes wird der Stoffwechsel angeregt und das Kalb getrocknet. Die Nachgeburt wird vom Tier aufgenommen, um zu verhindern, dass Beutegreifer angelockt werden.

Nach dem Balzbeginn im März schlüpfen Anfang Mai die ersten Fasanenküken. Sie sind Nestflüchter und folgen der Henne umgehend nach dem Schlüpfen. In den ersten Monaten ist der Bedarf an tierischer Nahrung in Form von Larven, Käfern und Würmern enorm hoch. Die Nährstoffe werden benötigt, um die Knochen und das Gefieder der Küken zu entwickeln. Bereits bei eintägigen Küken lässt sich einwandfrei das Geschlecht bestimmen: Bei den Hähnen fehlt um den Augenbereich – den zukünftigen Rosen – die Befiederung. Nach 10 bis 12 Tagen sind Fasanen flugfähig, mit drei Monaten werden sie selbstständig.

Die Tageslänge hat beinahe ihren Höhepunkt erreicht. Die Jungfüchse und Jungdachse verlassen vorsichtig den Bau. Der Hunger der kleinen Räuber ist in dieser Phase kaum zu stillen. Füchse und Dachse sind zu dieser Jahreszeit daher auch bei Tageslicht oft zu beobachten. Bei Futterknappheit wagt sich die Fuchsfähe daher auch in die Nähe von besiedelten Gebieten. Dachse unternehmen teilweise längere Streifzüge, um auf beweideten Wiesen und unter Kuhfladen nach nahrhaften Engerlingen und Würmern zu wühlen.