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Niederwild leidet unter Ernte- und Hitzeschock

26. Juli 2019

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Jäger sind derzeit im Dauereinsatz für Hegemaßnahmen für Niederwild.  

Aufgrund der Hitze und der enormen Trockenheit sind die Jägerinnen und Jäger derzeit täglich in den Revieren im Einsatz, um das Niederwild mit Futterschütten und Wassertränken zu versorgen. Denn das heiße Wetter beeinträchtigt nicht nur Menschen, sondern auch Wildtiere. Der Stress wird zusätzlich durch den „Ernteschock“ verstärkt: Durch das Abernten der Felder verlieren Rebhuhn, Fasan und Hase plötzlich Äsung, Deckung, Schattenspender und Wasserquellen durch Tautropfen an den Pflanzen. Und die verbleibenden Flächen werden für das Niederwild oft zu „ökologischen Fallen“: Die Beutegreifer wissen, dass dies die letzten verbliebenen Einstände sind und kontrollieren diese regelmäßig.

„Die Jungtiere des Niederwilds sind auf Wasserstellen und wasserreiche Nahrung in unmittelbarer Umgebung angewiesen, da sie in den ersten Lebenswochen nur einen eingeschränkten Aktionsradius haben. Das Einrichten und Beschicken von Wasserstellen ist also vor allem bei anhaltender Hitze für das Niederwild überlebensnotwendig“, betont Landesjägermeister Josef Pröll. Dabei ist wichtig, diese artgerecht und an schattigen Plätzen gut geschützt vor Beutegreifern aufzustellen sowie regelmäßig im Revier zu verteilen. Speziell für den Feldhasen legen die Niederwildheger vereinzelt und gut verteilt Rüben als wasserreiche Nahrungsquellen vor. Denn aufgrund der Ernte und auch durch die Hitze geht die Grünäsung als Feuchtigkeitsquelle verloren.

Wildökolandaktion schafft Lebensräume

„Auch wenn die Jägerinnen und Jäger vor allem während der Hitze täglich in den Revieren sind, so ist die Hege ein ganzjähriger und grundlegender Bestandteil des Handwerks Jagd. Im Sommer machen sich daher zuvor gesetzte Hegemaßnahmen wie Randstreifen, Hecken, Sträucher und andere Einstände besonders bezahlt, aber auch Wasserläufe bilden ein wichtiges Rückzugsgebiet für das Niederwild. Insbesondere im Rahmen der Wildökolandaktion setzen die Jägerinnen und Jäger gemeinsam mit Grundbesitzern und Landwirten nachhaltig Maßnahmen zur Entwicklung und zum Erhalt einer guten Niederwildpopulation“, unterstreicht Josef Pröll. Mit diesen Hegemaßnahmen bieten die Jägerinnen und Jäger einer Vielzahl von Tieren, Vögeln und Insekten wertvolle Puffer- und Lebensraumelemente. Das ist ein wichtiger Beitrag zur Artenvielfalt in der Natur.

Im Zuge der Wildökolandaktion werden seit 1967 vom NÖ Jagdverband gemeinsam mit dem Land Niederösterreich und der EVN Maßnahmen zur langfristigen Lebensraumverbesserung für Wildtiere gesetzt. Bis jetzt wurden in über 4.000 Projekten rund 3,6 Millionen Bäume und Sträucher als zusätzlicher Rückzugsraum für das Wild gepflanzt und so attraktiver Lebensraum für Vögel und Insekten geschaffen.

Anmerkung zur Verwendung der Bilder: Das Nutzungsrecht beschränkt sich auf die einmalige Nutzung im Rahmen dieser Pressemitteilung!