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Jagd ist unverzichtbar für Biodiversität

6. August 2026

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Vernetzung von Lebensräumen stärkt Artenvielfalt und sichert den genetischen Austausch von Wildtieren.

Straßen, Siedlungen und Infrastruktur zerschneiden Lebensräume zunehmend. Viele Wildtiere können daher ihre angestammten Wechsel nicht mehr nutzen. Die Folgen reichen von häufigeren Wildunfällen über isolierte Populationen bis hin zu einem eingeschränkten genetischen Austausch, was die Anpassung an den Klimawandel und veränderte Lebensräume bremst. Die erfolgreiche Vernetzung von Lebensräumen gelingt nur durch Zusammenarbeit. Der NÖ Jagdverband setzt deshalb gemeinsam mit dem Land NÖ, Behörden, Gemeinden, Grundeigentümern, Landwirten, Forstbetrieben, Straßen- und Infrastrukturbetreibern sowie zahlreichen Partnerorganisationen Maßnahmen, die Lebensräume verbinden und die Biodiversität nachhaltig fördern.

„Biodiversität entsteht nicht zufällig. Sie braucht vielfältige, vernetzte Lebensräume, in denen Tiere und Pflanzen dauerhaft bestehen können. Jägerinnen und Jäger investieren jedes Jahr tausende Stunden ehrenamtlicher Arbeit, um genau diese Lebensräume gemeinsam mit Partnern zu erhalten, aufzuwerten und miteinander zu verbinden. Davon profitiert die gesamte heimische Tier- und Pflanzenwelt“, betont Landesjägermeister Christoph Metzker.

Genetischen Austausch fördern

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Wiederherstellung von Wildtierkorridoren. Grünbrücken, Wildtierunterführungen und andere Querungshilfen ermöglichen Wildtieren die sichere Überquerung stark befahrener Straßen und Bahntrassen. Dadurch werden Populationen besser miteinander verbunden. Der regelmäßige Austausch zwischen den Beständen verhindert genetische Verarmung, erhöht die Widerstandsfähigkeit der Populationen und trägt zum langfristigen Erhalt vieler Tierarten bei.

Die Jägerschaft bringt dabei ihre jahrzehntelange Erfahrung aus den Revieren ein. Durch Wildtierbeobachtungen, Statistiken, Kameraaufnahmen und die Dokumentation von Wanderbewegungen liefern Jägerinnen und Jäger wichtige Daten für die Forschung sowie die Planung neuer Grünbrücken und Wildtierkorridore. Sie bringen ihre fachliche Expertise in Vorhaben ein und kontrollieren nach der Errichtung, ob die Querungshilfen von den Wildtieren tatsächlich angenommen werden. Auch bestehende Grünbrücken werden regelmäßig betreut und auf ihre Funktionsfähigkeit überprüft.

Lebensräume vernetzen

Darüber hinaus engagieren sich Jägerinnen und Jäger intensiv für die Verbesserung der Lebensräume. Gemeinsam mit Grundeigentümern entstehen Hecken, Feldgehölze und strukturreiche Waldränder, die Wildtieren Deckung, Nahrung und Rückzugsräume bieten. Solche Strukturen vernetzen Lebensräume und schaffen wertvolle Trittsteine innerhalb der Kulturlandschaft. Die 1967 ins Leben gerufene Wildökolandaktion, die vom NÖ Jagdverband gemeinsam mit dem Land Niederösterreich und der EVN als Projektpartner umgesetzt wird, fördert solche Maßnahmen. Bis jetzt wurden in über 4.300 Projekten rund 3,73 Millionen Bäume und Sträucher bzw. 1.765 ha neuer Lebensraum gepflanzt.

Ergänzt werden die Pflanzungen durch Ast- und Steinhaufen, Totholzbereiche sowie Trockenmauern, die zahlreichen Insekten, Reptilien und Kleinsäugern als Lebensraum dienen. Feuchtmulden und Kleinteiche schaffen wiederum wichtige Laichgewässer für Amphibien und sichern in Trockenzeiten die Wasserversorgung vieler Tierarten. Auf landwirtschaftlichen Flächen bieten Blühflächen und Wildäcker Nahrung für Wildbienen, Schmetterlinge und zahlreiche weitere Bestäuber. Gleichzeitig profitieren Feldhase, Fasan, Rebhuhn und viele Singvogelarten von den vielfältigen Strukturen. Durch die Vernetzung entstehen regelrechte Lebensraumachsen, die Tieren Wanderungen zwischen verschiedenen Habitaten ermöglichen.