Achtsames Verhalten schützt Jungtiere

Der wilde Nachwuchs ist sehr empfindlich gegenüber Störungen. Der NÖ Jagdverband ruft daher dazu auf, sich in der Natur ruhig zu verhalten, Hunde anzuleinen und Rücksicht auf Jungtiere zu nehmen.
Mit dem Frühling werden die Tage länger, die Sonne zeigt sich häufiger und die Natur erwacht: Pflanzen beginnen zu wachsen, Bäume treiben aus und auch die Insektenpopulation nimmt zu. Für Wildtiere bietet diese Zeit ein reiches Nahrungsangebot, weshalb auch die Setz- und Brutzeit in diese Monate fällt. Gleichzeitig sind die Tiere in dieser Phase besonders sensibel und störungsanfällig. Wird brütendes Federwild aufgeschreckt, kann es das Gelege verlassen und die Brut abbrechen. Das wirkt sich negativ auf die Bestände aus. Bei Säugetieren führt Stress dazu, dass Jungtiere anfälliger für Krankheiten werden und ihre Überlebenschancen sinken. Der NÖ Jagdverband appelliert daher an ein respektvolles Verhalten in der Natur.
„Wenn sich alle an die geltenden Regeln halten, steht einem erholsamen Naturerlebnis nichts im Wege. Dazu gehört, Hunde anzuleinen, auf markierten Wegen zu bleiben, sich ruhig zu verhalten und Wildlebensräume nicht zu betreten“, betont Landesjägermeister Christoph Metzker. „Wer auf Jungtiere trifft, sollte Abstand halten und sie keinesfalls berühren oder mitnehmen. Rehkitze etwa werden von ihren Müttern im hohen Gras abgelegt und nur zum Säugen aufgesucht. Sie verlassen sich auf ihre Tarnung und flüchten nicht. Menschliche Nähe kann jedoch Feinde aufmerksam machen und Berührungen können dazu führen, dass das Muttertier sein Junges verstößt. Ähnliches gilt für Feldhasen. Auch Frischlinge sollte man meiden, da sie von der Bache und der Rotte verteidigt werden.“
Sechs Regeln für den Naturaufenthalt
Um ein gutes Miteinander von Mensch und Wildtier zu gewährleisten, empfiehlt der NÖ Jagdverband folgende Verhaltensregeln:
- Immer auf (Forst-)Straßen oder markierten Routen und Steigen bleiben.
- Hunde an die Leine nehmen. Sie können Wildtiere hetzen, verletzen oder sogar töten.
- Aufenthalt in der freien Natur während des Tages und ruhiges Verhalten zu jeder Zeit.
- Drohnennutzung und Paragleiten einschränken, auf ausreichenden Abstand achten.
- Das Betretungsverbot von Fütterungsbereichen einhalten.
- Den eigenen Müll wieder mit nach Hause nehmen.
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- Bild 1: Die Häsin sucht Junghasen in den ersten Tagen nur zum Säugen auf. Sie wirken daher verwaist. Dennoch sollte man sich ihnen zu ihrem Schutz nicht nähern. (Credits: Michael Breuer)
- Bild 2: Bitte nicht berühren! – Die Geiß versteckt die Kitze im hohen Gras und säugt sie nur einmal am Tag. (Credits: Michael Breuer)