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Zeitumstellung erhöht Wildunfall-Risiko

24. März 2026

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Saisonaler Einstandswechsel und schlechtere Sicht als Faktoren, Wild muss sich zudem erst anpassen. NÖ Jagdverband appelliert, Tempo zu reduzieren.

Am 29. März werden die Uhren wieder um eine Stunde vorgestellt. Der morgendliche Pendlerverkehr startet dann aus Sicht des Wildes eine Stunde früher. Es muss sich daher an das neue Verhalten der Menschen anpassen. Dadurch erhöht sich kurzzeitig das Risiko für Wildunfälle. „Der früher einsetzende Morgen- und Pendlerverkehr fällt genau in jene Phase, in der viele Wildtiere noch besonders aktiv sind. Sie folgen ihrer inneren Uhr, die sich nach der Natur richtet. Diese kennt keine Zeitumstellung“, erklärt Landesjägermeister Christoph Metzker. Gerade jetzt findet zudem vielerorts der Wechsel vom Winter- in den Sommereinstand statt. Dabei queren Rehe, Wildschweine und anderes Wild vermehrt Straßen. In Kombination mit der durch die Zeitumstellung wieder früher einsetzenden Dunkelheit im Frühverkehr verschärft sich die Gefahr von Wildunfällen deutlich. Der Appell der Jägerschaft ist daher klar: Das Tempo reduzieren, vorausschauend fahren und Straßenränder sowie bewachsene Bereiche besonders aufmerksam beobachten.

Partnerschaft für mehr Sicherheit

In Niederösterreich verenden jährlich rund 30.000 Wildtiere bei oder infolge von Verkehrsunfällen. Besonders betroffen sind Rehe (15.000 Stück), Niederwild (12.000 Stück) und Wildschweine (400 Stück). Um die Zahl der Wildunfälle zu senken, setzt der NÖ Jagdverband seit Jahren umfassende Maßnahmen. Bereits seit 2008 läuft gemeinsam mit dem Land Niederösterreich das Projekt „Wildtiere & Verkehr – Reduktion von verkehrsbedingtem Fallwild“, an dem sich auch die Land- und Forstbetriebe Österreich beteiligen. Niederösterreichs Jägerinnen und Jäger statten dabei Straßenabschnitte gezielt mit Wildwarnreflektoren, Wildwarngeräten und olfaktorischen Vergrämern aus. Seit Projektbeginn wurden

  • 516 Jagdreviere ausgestattet,
  • 140.000 Wildwarnreflektoren montiert,
  • 7.000 Wildwarngeräte installiert,
  • und knapp 50 olfaktorische Vergrämer angebracht.

Das entspricht 1.873 Kilometern Landesstraße, also in etwa der Strecke von Wien nach Barcelona. Die technischen Maßnahmen sollen Wildtiere bei herannahenden Fahrzeugen vom Queren der Fahrbahn abhalten. Ergänzend setzen die Jägerinnen und Jäger jagdwirtschaftliche und wildökologische Maßnahmen sowie gezielte Bewusstseinsarbeit im Rahmen verschiedener Partnerschaften etwa mit dem ORF sowie mit der Polizei im Rahmen von „GEMEINSAM.SICHER“.

Richtiges Verhalten bei einem Wildunfall

Sollte trotz aller Vorsicht ein Zusammenstoß mit einem querenden Wildtier nicht mehr vermeidbar sein, sollten Autofahrer das Lenkrad festhalten und stark bremsen. Man sollte nicht versuchen auszuweichen, da dies ein deutlich höheres Risiko für die Insassen, aber auch für andere Verkehrsteilnehmer darstellt. Nach einem Zusammenprall mit einem Tier muss das Fahrzeug abgestellt und die Unfallstelle abgesichert werden. Danach können verletzte Personen versorgt und Polizei sowie im Bedarfsfall Rettung und Feuerwehr alarmiert werden. Die Polizei muss in jedem Fall unter Bekanntgabe des exakten Unfallortes verständigt werden, auch wenn das Tier nach dem Unfall flüchtet. Sie meldet den Unfall an die Jägerschaft, die die Nachsuche und Bergung des Tieres übernimmt. Keinesfalls darf das Tier mitgenommen werden.